Tamboun ist die sichtbare Form des buddhistischen Konzeptes des freiwilligen Gebens, um im Gegenzug Wünsche für sich oder seine Familienangehörigen äußern zu können. Dabei ist der thailändischen Denkweise die egoistische Form des Forderns sogar unter Erbringung einer Vorleistung völlig fremd. Es wird aus tiefstem Herzen ohne Hintergedanken gerne gegeben und dabei nichts erwartet.
Bei Tamboun handelt es sich um eine rituelle Essen-, Roben- und manchmal auch Geldspende an die Mönche einer Sangha (d.h. an alle Angehörigen eines Tempels). Diese Gaben dienen der Unterstützung der Mönche, die ein Leben in innerer Einkehr und auf der Suche nach Erleuchtung eingeschlagen haben. Da Mönche die - nicht laut geäußerten - Wünsche nicht auf materielle Weise erfüllen können, erwarten Anhänger des Buddhismus, dass die Mönche die Menschen lehren, ein Leben in innerer Ausgeglichenheit, frei von Leid bringendem Verhalten auf dem mittleren Weg der Mäßigung zu führen!
Tamboun begünstigt keinen einzelnen Mönch, denn dieser darf selbst ja keinerlei Besitztümer anhäufen, sondern dient der Unterstützung des Klosters (Wat), das im Leben der Thai den zentralen spirituellen und weltlichen Treffpunkt darstellt! Die Gabe an die Mönche stärkt also die Gemeinschaft, und es gibt daher auch keinen Grund für Mönche sich für die Spenden zu bedanken!
Antonin Salice - Stephan